Stellungnahme des GEB Tübingen zum KITA-Streik

Informationen und Stellungnahme des GEB zum Streik 2009

1) Im Zuge des Streiks wurde abermals deutlich, dass es wieder die Kinder und Eltern sind, die als „Benutzer“ oder „Kunden“ der KiTas die eigentlich Leidtragenden der bestreikten KiTas sind.
Hier geht es jedoch um einen Arbeitskampf zwischen Arbeitgeber (hier: die Stadt Tübingen als Träger der Einrichtungen und kommunaler Arbeitgeber) und seinen Angestellten (hier: die ErzieherInnen).
Die Last liegt jedoch wieder auf den Eltern. Sie müssen versuchen, eine andere Betreuung (Familie etc.) zu finden oder müssen das Kind in die Notbetreuung bringen. Besonders bei den kleineren Kindern (< 3 Jahre) ist die Betreuung in einer fremden Einrichtung durch fremde Erzieherinnen ein Umstand, der viele Eltern dazu bewegt, eine andere, für sie selbst belastendere Lösung zu finden, z.B. indem sie Erholungsurlaub nehmen. Kinder, die in die Notbetreuung gingen und gehen sind somit ebenfalls Leidtragende des Streiks und seiner Folgen.
Wir möchten an dieser Stelle ausdrücklich betonen, dass der GEB das Streikrecht der ErzieherInnen achtet und sie prinzipiell bei der Verfolgung ihrer Ziele unterstützt. Um die Betreuung unserer Kinder qualitativ und quantitativ zu gewährleisten müssen für die Erzieherinnen Rahmenbedingungen herrschen, die es ihnen ermöglicht, unsere Kinder in unserem Sinne zu betreuen. Trotzdem sind viele Eltern unzufrieden mit den Tarifpartnern und dem Verlauf des Streiks und der Tarifverhandlungen, da eben sie, und nicht der Arbeitgeber die Hauptleidtragenden sind.

2) Aufgrund der Satzung der Stadt Tübingen und der weit auseinander liegenden Streiktage, lässt sich auch während dieses Arbeitskampfes eine rechtliche Forderung nicht durchsetzen. Es wurde bisher nicht an 5 aufeinander folgenden Tagen gestreikt.
Der GEB hat in einem Gespräch mit der Leitung des Fachbereichs Familie, Schule, Sport und Soziales, Frau Schwarz-Österreicher und der Fachbereichsleitung Kindertagesbetreuung, Frau Mühlhäuser vereinbart, dass ab dem 5. Streiktag die Verpflegungskosten für jeden Streiktag auf Antrag der Eltern an diese zurückbezahlt werden (eine Information der Verwaltung an die Eltern folgt).
Außerdem wurde vereinbart, die durch den Streik eingesparten Lohnkosten anteilig an die betroffenen Einrichtungen auszubezahlen um dort z.B. für Anschaffungen o.ä. verwendet zu werden.
Die Eltern können ihnen zustehende Essensgelder auch an ihre Einrichtung „spenden“.
Der GEB möchte deutlich machen, dass es sich um eine freiwillige Leistung der Stadt Tübingen handelt. Als Vertreter der Eltern würdigen wir dieses faires Verhalten der Stadt. Schließlich möchte die Stadt Tübingen noch darauf hinweisen, dass sie nicht eigenständig handeln kann, sondern ebenfalls auf die Ergebnisse der Tarifverhandlung warten muss.

3) Der GEB wird als Vertretung aller Tübinger Eltern mit Kindern in Tübinger Kinderbetreungseinrichtungen an die kommunalen Arbeitgeber schreiben und die Position der Eltern vertreten.

Für den GEB Tübingen
Rainer Drake (Vorsitzender), Wolfgang G. Wettach (Vorstandssprecher)

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